Liebe zero-Leser, die Sache mit dem Apfelbäumchen hat sich erledigt. Nun gilt: Wenn morgen die Welt untergeht, mache ich heute noch ne Kreuzfahrt! Jeder weiß, dass selbst Flugreisen, was Klimaschädlichkeit anlangt, Kindergeburtstag gegenüber Kreuzfahrten sind. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Der Kreuzfahrtmarkt hatte im Jahr 2022 ein Volumen von 7,67 Milliarden US-Dollar und soll bis 2030 auf über 18 Milliarden steigen. Die Reeder kommen beim Bau der schwimmenden Kleinstädte nicht an die Nachfrage ran. Aber solls uns schlechter gehen als den Superreichen? Während wir uns der Umwelt zuliebe Nasen und Augen an fixierten Flaschendeckeln zerkratzen, düsen 100 Privatjets zu Jeff Bezos Hochzeit nach Venedig. Ist ja aber auch alles nicht so schlimm. An der Klimakatastrophe, das wissen wir von Beatrix von Storch, ist die Sonne schuld. Im übrigen gibt es sie gar nicht. Sie wurde längst mit wohlklingender Sprachkosmetik zum Klimawandel und zur Erderwärmung schön geschminkt. Da nimmt man Politikerstuss wie „Der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht auf Kosten des Wirtschaftswachstums gehen!“ hin. Funktioniert aber nur mit Sprachkosmetik. Hieße es: Der Kampf um die Bewohnbarkeit der Erde darf nicht auf Kosten des Wirtschaftswachstums gehen, so würde man stutzen. Und was tut unsere Regierung, die eigentlich Reagierung heißen müßte, weil sie sich von Trump und AfD am Nasenring durch die Manege ziehen läßt? Klima? Gottchen! Nach uns die Sintflut. Merz, Söder und Klingbeil machen den alten Unterwäsche-Werbesong zur Hymne: Wir pfeifen auf das Wetter und das Kliiiima! Klimapolitik kommt in dieser Reagierung nicht mehr vor. Im Gegenteil: Vor Borkum wird nach Gas gebohrt, Neubau von Gaskraftwerken, und ein Landwirtschaftsminister, Metzgermeister, fordert öffentlich, mehr Fleisch zu essen und mehr davon in Kindergärten zu servieren. Auch hier im Wendland wird gern von der Schwammstadt geredet, aber der neue Dannenberger Edekamarkt (und nicht nur der)
versiegelt eine intakte Wiese, während das alte Gebäude leer vor sich hingammelt.
Trotzdem nicht aufgeben, rät Ihnen, Euch und sich
Karl-Heinz Farni